Sonntag, 14. Juli 2013

Die Meerjungfrau und die Breminale




Eines Tages berichtete eine Bremer Möwe der Meerjungfrau Lusimene aus dem Meer in Bremerhaven von der, in Bremen stattfindenden, Breminale. Lusimene war noch nie weit weg von zu Hause gewesen, doch die Berichte von der schönen Livemusik und den Veranstaltungen reizten sie so sehr, dass sie sich auf den Weg machte.
Sie schwamm vom Meer aus die Weser hinauf. Es war ziemlich anstrengend und das Wasser war auch nicht mehr salzig, was Lusimene sehr ungewöhnlich fand. Das Schwimmen schien etwas schwieriger zu werden, der Auftrieb weniger stark, auch die Fische, die ihr begegneten sahen ganz anders aus, und hatten auch einen anderen Akzent, als die ihr bekannten Fische im Meer. Das Wasser war angenehm warm, sie befragte die fremden Fische nach der Breminale und diese berichteten schöne Dinge. Köstliches Essen, schöne Musik und feine Dinge zum kaufen sollte es da geben, wenn fisch denn Geld hätte. Lusimene hatte Geld. Sie hatte es von ihrem Vater erbeten, der es aus einer Schatztruhe aus einem versunkenen Schiff, weit vor der Küste, gefunden hatte und aufbewahrte. Lusimene trug es in einem kleinen Beutel aus Seegras bei sich.
In Bremen angekommen ließ sie Lusimene von der Musik leiten, die vom Fluss aus am Ufer zu hören war. Begeistert hüfte sie an Land und mischte sich unter die Leute. Obwohl sie mit ihren Flossen nicht besonders gut gehen konnte, sie hatte es zwar geübt, aber es blieb schwierig. Es beachtete sie niemand deswegen. Es schien ihr, als seien hier alle Lebewesen willkommen, klein oder groß, dick oder dünn, alt oder jung. Das gefiel ihr sehr, denn so eine große Vielfalt von Menschen und Dingen hatte sie noch nie gesehen. Erst blieb sie bei einer mobilen Sauna sitzen, dort liefen Menschen mit Handtüchern herum, sie wollte es aber nicht ausprobieren, da sie bei zu viel Wärme einen fischartigen Geruch ausströmte, das wollte sie an diesem Tag vermeiden. Dann wurde dort eine schaurige Geschichte erzählt und sie räkelte sich auf einer Bank, die mit Fellen ausgelegt war. Das war schön nach dem langen Schwimmen, sogar ein kleines Feuer brannte. Sie schaute sich die kreativen Stände an, Siebdrucker, Schmuck, Recycling und Upcycling, das kannte sie schon, denn im Meer schwamm sehr viel Müll, der sich noch verwerten ließ und das taten die Wasserbewohner auch. Und dann die schöne Kleidung und die Hüte! Lusimene kaufte sich ein kleines Wickelröckchen und einen Hut, dann noch einen schönen Ring und ein Armband. Die Fußkettchen hätten sie auch gereizt, aber sie wusste nicht, wo sie diese anbringen sollte.
Sie sah Stände, wo sie mit Holz hämmern durfte und aus einer Schuhschachtel ein kleines Wohnzimmer bauen durfte. Sie erzähle den Kindern an dem Stand von ihrer Heimat unter Wasser und diese hörten mit großen Augen zu und streichelten ihre blaugrünen Haare. Das war ein Spaß!
Dann kaufte sich Lusimene noch etwas Sushi, was ihr sehr gut schmeckte, dann ein warmes Brötchen und danach ein Eis. Pappsatt setzte sie sich auf einen bunt gemusterten, wackligen Klappstuhl und ruhte sich aus. Sie musste wohl eingeschlafen sein, denn als sie aufwachte war es fast dunkel. Aus allen Zelten klang Musik. Sie ging von einem Zelt zum anderen, hörte der Musik zu und wippte leicht mit ihren Flossen auf uns ab, die Stimmung war wunderschön! Was für ein Tag.
Als es sehr spät war, schwamm sie ein wenig flussaufwärts und kuschelte sich in ein sandiges Bettchen am anderen Ufer, kühlte ihre Flossen und schlief tief und fest. Am anderen Morgen machte sie sich auf den Weg zurück zum Meer und konnte zu Hause viel erzählen.
Lusimene hat aber etwas in Bremen zurückgelassen, es war ein Büschelchen Haare, die sich mit ihrem Zopfband gelöste hatten als die Kinder ihre Haare streichelten und diese Haare und das Zopfband habe ich dort gefunden und mit nach Hause genommen. Den Rest der Geschichte hat mir dann die Möwe aus Bremen erzählt und sie hat gesagt, dass Lusimene auf jeden Fall nächstes Jahr wieder kommen wird und vielleicht auch ein paar ihrer Schwestern mitbringen wird.

Kommentare:

  1. Was für ein schönes Märchen
    LG Simone

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  2. Na schade, dass ich sie nicht dort gesehen habe :) - dank Deines Textes konnte ich mir alles lebhaft vorstellen ....

    ♥liche Grüße
    Uta

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